Kreative Leitung in der Werbefilm Produktion: 5 Fragen an Laura Lambrich

von 10. Aug 2021Alva Studios

Ob selbst gedreht oder professionell aufgenommen – ein Werbevideo produziert sich nicht eben zwischen Tür und Angel. Es kommt auf die gelungene Kombination aus Planung, Kreativität und technischer Umsetzung an.

In diesem Artikel widmen wir uns insbesondere der kreativen Phase der Werbevideo-Produktion und sprechen dazu mit Laura Lambrich von Alva Studios.

Liebe Laura, du bist insbesondere für die kreative Leitung bei der Werbevideo-Produktion von Alva Studios verantwortlich. Nehmen wir an, es kommt ein Auftrag rein – wie gehst du die kreative Findungsphase an? Hast du bestimmte Schritte, an die du dich hältst? Welche Fragen stellst du dir oder dem Kunden/der Kundin (unter anderem)?

Laura: „Das Wichtigste am Anfang ist der Input der Kund*innen. Erst wenn ich gewisse Basics weiß, kann ich an den kreativen Prozess gehen. Diese Basics sind zum Beispiel: Wer ist die Zielgruppe, wo soll der Film eingesetzt werden (Website, Social Media, Werbung, Messe …), wird die Zielgruppe mit Du oder Sie angesprochen werden und natürlich, um welche Branche handelt es sich. Manchmal haben die Kund*innen auch schon Beispielfilme im Kopf, deren Stil sie gerne für Ihren Werbe-, Erklär- oder Imagefilm auch haben möchten. Daraus lassen sich dann recht schnell schon der Stil und die Rahmenbedingungen herausarbeiten. Sollte der Film eher locker und humorvoll sein, oder seriös und faktenreich? Wie lang soll der Film werden und wird es ein Realfilm oder ein Animationsfilm? Erst wenn das geklärt ist, beginnt die eigentliche kreative Konzeptionierungsphase.“

Was hilft dir dabei, dich bestmöglich in den Kopf des Kunden/der Kundin hineinzuversetzen bzw. zu verstehen, wie die Zielgruppe der Branche „tickt“?

Laura: „Tatsächlich ist das Beste, das man machen kann, mit den Kund*innen zu reden, gut zuzuhören und die richtigen Fragen zu stellen. Die eigene Firma, Branche und Zielgruppe kennt der/die Kund*in immer selbst am Besten. Oft erfahren wir dadurch viel mehr über die Firma oder das Produkt, als nachher im Film zu sehen sein wird. Das ist aber auch wichtig, denn erst wenn wir das Produkt, die Dienstleistung oder die Werte der Firma wirklich verstehen, können wir sie in einem Film der Zielgruppe wirklich näher bringen.“

Wir kennen es vielleicht alle: Es gibt viele Ideen, aber irgendwie fehlt noch das gewisse Etwas. Welche Tipps zum Kreativ-Werden hast du? Wo findest du Inspiration und wie schaffst du es, bei der Werbevideo-Produktion „out of the box“ zu denken?

Ich schaue mir gerne mal Werbe- und Imagefilme von anderen Firmen und Branchen an. Da bekommt man oft schon gute Inspiration. Auch aus Kinofilmen kann man manche Stile als Inspiration nutzen. Aber das Wichtigste ist einfach ausprobieren, aufschreiben und drüber reden. Wenn ich eine Idee habe die ausgefallen scheint, präsentiere ich sie dem Team. Und dann brainstormen wir manchmal gemeinsam daran. Wenn der/die Kund*in manchmal von sich aus eine Idee einbringt, selbst wenn sie zu unrealistisch oder zu simpel wirkt, sollte man diese ruhig auch ernst nehmen und mit der eigenen Expertise überdenken. Manchmal ist so ein Input von außen nicht schlecht und kann zu wirklich großartigen Ideen führen. Die Verfeinerung der Idee kommt dann erst in einem nächsten Schritt. Ich arbeite also eine Idee erst grob durch und gehe danach in den Feinschliff über.“

Kreativität und Ideen sind die eine Sache – die technische Umsetzung die andere. Die Idee hilft ja nicht viel, wenn man sie technisch später nur schwer oder nicht wie gewünscht umsetzen kann. Schwingt das Wissen zu technischen Möglichkeiten im Kreativitätsprozess schon sehr mit, oder kommt das erst später?

Laura: „Ja auf jeden Fall. Ich würde mein technisches Wissen definitiv als Vorteil betrachten. Einerseits kann man von Anfang an grob überblicken, ob man hier etwas Realistisches erschafft. Andererseits kann man es sich dann oft auch schon besser vorstellen, wie die Idee in der Realität aussehen kann. Trotzdem versuche ich am Anfang gezielt die Technik außen vor zu lassen. Sonst würde ich mich von Anfang an schon zu sehr einschränken. Manchmal kommt man erst durch eine ausgefallene Idee dazu, auch die technischen Möglichkeiten neu auszuloten und auszuprobieren.“

Hast du zum Schluss noch etwas, dass allen Werbevideo-Produzent*innen als Goldene Regel für den Kreativ-Prozess mitgeben möchtest?

Laura: „Einfach machen. Wenn ein Auftrag reinkommt hat man oft nicht direkt schon die perfekte Idee, sondern diese entsteht im Prozess des Machens. Und man sollte sich nicht zu schade sein, auch Inspiration von außerhalb anzunehmen. Oft muss man das Rad ja gar nicht neu erfinden, sondern nur umdenken und mit gegebenen Rahmenbedingungen kombinieren.“

Vielen Dank an Laura Lambrich für das spannende Interview!

Mehr über Laura Lambrich erfahren sie auch in diesem Blogbeitrag. 

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